DIE SAITENOPER

"Musik ist wie ein Licht:
Es vertreibt die Dunkelheit
aus der Seele & erleuchtet das Herz,
sodass seine Tiefen zum Vorschein kommen."

Freitag, 25. Januar 2013

Bullseye: LPs 2012

25. Teen Suicide: I will be my own hell because there is a devil inside my body












Teen Suicide sind Programm. Drei Jungs aus Maryland spielen Lo-Fi-Emo-Punk-Dream-Pop-Rock. Teen Suicide sind eigen. Deswegen auch gerade diese Genremixaneinanderreihung. Ähnlich wie missthestars es schreibt, ging es mir nach lesen (seines Artikels) und hören dieser Platte auch. Eigentlich eher nicht so meine Richtung, aber irgendwie fesseln die Songs, die Melodien, das Verträumte und zugleich die Texte, deren Fragilität dem Programm der Band - sprich ihrem Namen - alle Ehre machen. Die Band hat sich leider schon aufgelöst.
HORCHE

24. Vowel: All the sad songs












Das Quintett aus Columbus, Ohio spielt emotionalen Screamo und addiert ein bisschen Post-Rockige Elemente. Ausschlaggebend für ihren eigenen Sound ist allerdings eine Geige, deren Violinist nicht etwa wie bei manch anderen Bands, partiell "auftritt", sondern bei jedem Song einen den anderen Instrumentalisten gleichwertigen Part ausübt. Auch wenn das harmonisch nicht immer hunderprozentig rein ist, so hat das Charme und versprüht wahre Emotion. Der Closer "There's nothing for you here" ist einer dieser Songs... [wow]
HORCHE

23. Whenskiesaregray: We built walls so our hearts couldn't cross












Das seit 2010 bestehende Trio Whenskiesaregray aus Baltimore, Maryland spielt eine Mischung aus Post-Hardcore und Screamo. Das hier vorliegende D.I.Y.-veröffentlichte live-aufgenommene Debut kann sich aus der Masse der Releases in dieser Sparte locker absetzen, da die 8 Songs einfach brilliant sind und mit jedem Hören besser und emotionaler erscheinen! Lange habe ich überlegt, woran mich die Vocals teilweise erinnern: Curl Up And Die, nur eben mit emotionalen zerbrechlichen Screamo-Parts gespickt...
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22. No Bragging Rights: Cycles












No Bragging Rights sind eine 5-köpfige Metalcore/Melodic Hardcore Band aus Riverside, California. Ihr Debutalbum gehörte schon zu den besseren Alben in dieser Musikrichtung, hatte doch noch nicht das, was "Cycles" ausmacht: Die Songs wirken um einiges durchdachter und sind besser komponiert, sodass man kaum glauben mag, dass hier die gleichen Leute am Start sind, wie bei dem Vorgängeralbum ("Illuminator"). Unglaublich tolle Melodien, die mich oft an eine perfekte Symbiose aus A Day To Remember und Architects erinnern treffen auf moshige Metalcore-Parts, die nicht 08/15 sind! Die einzige Scheibe, die mich in dem Genre auf Anhieb überzeugt hat!
HORCHE

21. Captain Planet: Treibeis












Aus dem Jahr 2007 zitiere ich nun im Folgenden "Die Zeit", die im damaligen Oktober über das Debütalbum von Captain Planet frohen Mutes verkündete: "Auch wenn dieses Lob gegen die zehn Gebote der Musikkritik verstößt: 'Wasser kommt Wasser geht' von Captain Planet ist die beste deutsche Punkrockplatte seit Langem." Das Nachfolgealbum "Inselwissen" (2009) wurde zu Recht mindestens genauso abgefeiert und brachte der 4-köpfigen Band aus Hamburg mehr und mehr Hörer und größeren Bekanntheitsgrad. Für "Treibeis" nahmen sie sich (oder brauchten?) 3 Jahre Zeit... Überall in verschiedenen Musikmagazinen und -blogs sowie von Musikliebhabern (unterschiedlicher Musikrichtungen) wurde "Treibeis" über alle Maßen gelobt und abgefeiert, ja gewissermaßen gehyped. Mir persönlich war das schon zu viel des Guten und ich hatte kaum Lust, mir ein eigenes Gehör zu verschaffen, da auf Grund von äußeren Einflüssen die Messlatte extrem hoch gelegt worden war und ich innerlich das Risiko für (zu) hoch empfand, Captain Planet nicht mehr zu mögen. Die beiden Vorgängeralben liebe und habe ich oft gehört, aber wie das oft so ist, erscheint ein neues Album, das mies ist und man nur noch selten Spaß an der Band hat. Aus dieser "Angst" heraus, habe ich das Album erst spät und nicht so oft gehört. Letzteres liegt jedoch vor allem an der Tatsache, dass ich mich im Jahr 2012 eher in andere Musik(richtungen) habe eintauchen lassen. Fakt ist: Treibeis ist ein wunderbares Album, das ich noch oft hören werde und es höchstwahrscheinlich zunehmend besser finden werde! (Wahrscheinlich erkläre ich mich in 12 Monaten für verrückt es jetzt und hier "nur" auf Platz 21 aufgelistet zu haben.) Aber man wird es mir nachsehen, schließlich hat "Die Zeit" ihre Meinung beibehalten und hat "Treibeis" zu den Alben des Jahres 2012 deklariert. Was bleibt: Captain Planet sind großartig, sind "zu intelligent für Brachiale und zu brachial fürs Verkopfte", hat viel Charisma und Herz, was auch durch die "druckvolle Stimme, stimmige Riffs und klugem eins-zwo-drei-vier-Gestus" zustande kommt. Was neu ist: "Man mag darüber diskutieren, ob 'Treibeis' ein echtes Punkrockalbum ist." Who cares?!
HORCHE

20. Sen Deni: Secret of the sea












Die aus Minsk (Weißrussland) stammende Band spielt eine wunderbare Mischung aus Screamo und Post-Rock. Hierbei stechen vor allem die Post-rockigen Parts heraus! Erinnert teilweise an die großartigen (eher ältere) Aussitôt Mort oder deren Landsmänner Mihai Edrisch. Einfach anhören und sich von der Strömung treibenlassen...
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19. Deer Leap: Here.Home












Dem Ein oder Anderem dürfte das Trio aus Windham, New Hampshire bereits von der großartigen Split aus 2011 mit The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die bekannt sein (tauchte auch in der Bestenliste der EPs 2011 auf). Nun liegt hier das erste Album vor und es ist großartig! Deer Leap haben sich in jeglicher Hinsicht positiv weiterentwickelt; vor allem der Gesang ist hierbei zu loben. Die Mischung aus Emo-/Indie-Rock und Post-Rock steht dem Trio nach wie vor äußerst gut. Das nur 28-minütige Album ist quasi halbiert - die erste Hälfte mit mehr Emo-Rock-Einfluss und catchy Melodien und mehr Gesang - die zweite Hälfte mehr Post-Rock-Dominanz und dadurch weniger Gesang. Beides gefällt ! Insgesamt sehr verträumtes und eingängiges Album, das man locker mehrmals hintereinander anhören kann!
 HORCHE

18. Procrastinación 1 Yo 0: Caídas y vueltas












Wie der Bandname und der Albumtitel vermuten lassen, stammt diese Band aus einem Land spanischer Sprache. Procrastinación 1 Yo 0 kommen aus Líma, Peru und spielen Post-Hardcore mit 90er Emo-Einflüssen, der zutiefst ehrlich daher kommt! Mal fühlt man sich an Hot Water Music, mal an Bear Vs Shark oder an verschiedene Midwest - Screamo Bands erinnert. Wunderbar und (soweit ich weiß) meine erste Scheibe aus Peru...
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17. Suis La Lune: Riala












Wer Suis La Lune bisher nicht kennt, sollte vor Scham erröten und dies schnell nachholen! Das schwedische Quartett aus Stockholm/Gothenburg ist seit einigen Jahren und diversen Releases eine der wichtigsten Screamo - Bands überhaupt! Nun ist Riala via Topshelfrecords das erste Albumrelease der Band - und es war fast klar, dass es den unglaublich hohen Erwartungen kaum gerecht werden konnte - aber, mit jedem Hören wächst und wächst diese Platte. Wenn ich an die ersten Hördurchgänge der EPs von Suis La Lune denke, war es da nicht anders, wo ich sie heute nicht aus meinem Gehör wegdenken könnte! So wird es auch mit "Riala" sein, nein Moment, so ist es bereits! Tolle Platte von einer genialen Band!
HORCHE

16. Glocca Morra: Just married












Uhhh yeah! Bereits nach den ersten 30 Sekunden war ich mit diesem Album liiert! Die vierköpfige Band aus Philadelphia, Pennsylvania spielt auf ihrem Album "Just married" das Nonplusultra bezüglich "Twinkly-Emo"! Einfach selbst anhören, ein Bier öffnen, die Arme hochreißen und abfeiern... it's celebration time!
HORCHE

15. Huxley: Der erste, längste, letzte Tag












Huxley ist eine 5-köpfige Band, die sich in Tübingen zusammengefunden hat. Huxley spielen Post-Rock mit diversen anderen Elementen. Eines dieser Elemente wird bereits nach einigen Sekunden des Albums offenbart: ein Saxofon! Das Zusammenspiel zwischen den herkömmlichen (Rock-) Instrumenten und dem Sax ist unglaublich gut und erwärmend. Außerdem wird sich desöfteren Stoner-Elementen bedient und partiell auch dem Screamo gedacht! Mit jedem Hören der Scheibe wird das besser, intesiver und progressiver...Mit jedem Hören fällt mehr Licht auf die zu Beginn düster wirkenden Stellen hindurch! Wow und Grüße an Huxley!
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14. Perfect Future: Old wounds:Warmth in the winter of 1914-1915












Neben der Kreativität Musik zu erfinden, gibt es eine Gabe, die Höherem entspricht. Gemeint ist das Produzieren von Musik innerhalb eines bestimmten Rahmens, ein Konzept. Die aus Maryland stammende Band Perfect Future hat dies geschafft. Der Platte "Old wound: Warmth in the winter of 1914-1915" liegt das Konzept zugrunde, eine Geschichte anhand eines tatsächlich stattgefundenen Briefwechsels zu erzählen, die während des ersten Weltkrieges stattfand. Genauer gesagt, geht es um einen Erzähler, der in einem Briefwechsel mit einer Witwe des 1. Weltkrieges steht und dann nach und nach erfährt, dass er (der Erzähler) der Soldat ist, der den Mann der Witwe erschoss, die Witwe also zu Witwe machte. Wer den Fortgang erfahren möchte, möge doch bitte dieses verdammt gute 90er Emo Album anhören und auf die Lyrics achten oder mitlesen (gibts auf der Bandcamp-Seite unten). Man mag Einflüsse von Bands besagten Jahrzehnts nennen wie Mineral oder Braid, gepaart mit aktuellen Bands dieses Genres. Dies wird auch auf Grund der vielen abwechslungsreichen Guestvocals erreicht. Dabei sind z.B. Sänger von Pulling Teeth, Wits End, Empire! Empire! I was a lonely estate oder Lizards Have Personalities. Der Gitarrist von Circa Survive lehnte sein Hinzufügen einer Gitarrenspur ab, da er es bereits perfekt empfand...Ein lyrisches großartiges Gesamtwerk in Form eines emotionalen und mitreißenden Konzeptes!
HORCHE

13. Stick To Your Guns: Diamond












Stick To Your Guns ist eine 5-köpfige Hardcore-/Metalcore -Band aus Orange County, California. Nachdem ich wenig Gutes in diesem Jahr entdeckt habe (und auch generell nicht große Lust auf derartige Musik hatte), hat mir "Diamond" von Beginn an zugesagt. Neben schnellen Hardcore-Parts stehen Post-Hardcore Gesang-Parts und/oder harte Breakdowns. Man fühlt sich nicht selten an Evergreen Terrace zu "Sincerity is an easy disguise in this business"-Zeiten. Das Album wirkt als solches besonders gut, da die Übergänge der Songs ineinander übergehen, was auch auf Grund von Sprachsamples ermöglicht ist. Außerdem gibt es immer mal wieder ruhigere Parts, die den Sound abrunden und bereichern. Vor allem die Gesangsarbeit von Jesse Barnett ist vielseitiger und noch besser geworden. Meiner Meinung nach das beste Stick To Your Guns - Album, wobei auch die anderen (vier) Alben gut sind und einen klaren Progress bis zu "Diamond" aufzeigen...
HORCHE

12. Secret Plot To Destroy The Entire Universe: I only miss you when I want to












Aus Philadelphia, Pennsylvania stammt diese vierköpfige Musikkapelle. Auf meinem Lieblingsblog my endless minutes entdeckt und sofort verliebt. Warum? Weil Secret Plot... eine wunderbare Mischung aus 90er/2000er Jahre Emo-(Rock) à la The Appleseed Cast oder The Casket Lottery spielen, dazu Post-rockige Elemente mischen, die vor allem beim zweiten Song an Junius' "Blood is bright"-EP erinnern, um ab und zu auch etwas rougher werden zu können und Screamo-Elemente und wunderbare "Screamo-Parts" zu erzeugen! Unglaublich abwechslungsreiche Platte, die den Hörer von Anfang an mitreißt! Hinweis der Band: "Please listen with headphones." Sad bastard!
HORCHE

11. Baroness: Yellow and green












Zu Baroness braucht man anno 2013 kaum noch etwas zu sagen, jedem sollten sie bekannt sein - zumindest via Presse und Internet. Mit dem dritten Album entwickeln Baroness ihren Sound weiter und werden eingängiger und huldigen desöfteren 70er Rockgrößen. Wer den Sound des aus Savannah, Georgia stammenden Quartetts bereits von den beiden Vorgängeralben "Red Album" (2007) und "Blue Record" (2009) kennt, bemerkt, dass nicht nur das Albumtitel- und Artwork-Konzept einem Progress folgt. Da es genug ausführliche Reviews und Meinungen in verschiedensten Medien gibt, halte ich mich hier eher bedeckt. Musikalisch und vor allem kompositorisch haben Baroness auf dem Doppelalbum "Yellow and green" ihre Messlatte deutlich erhöht, wobei man spätestens jetzt weiß, dass man sich beim nächsten Album kaum Gedanken machen muss, ob das "noch gut ist"! Möge man hoffen, dass sich die vier Barone schleunigst von ihrem schweren Unfall erholen, um touren und schreiben zu können. Aber auch das sieht schon wieder ganz gut aus ...
HORCHE

10. Mutiny On The Bounty: Trials












Die luxemburgische Band aus Esch-sur-Alzette war eine der Überraschungen. Ich hatte Mutiny On The Bounty zwar bereits seit mehreren Jahren positiv in Erinnerung auf Grund von Livekonzerten oder einigen vereinzelten legalen Songs...Und dann wurde plötzlich "Trials" veröffentlicht (gleicher Produzent wie aktuelle Mastodon) und endlich wurde die Band zu Recht gefeiert. Nach Tour mit Caspian in Mitteleuropa, Albumrelease-Tour in UK und Mini-Tour in Texas wurde der Bekanntheitsgrad größer. Auf "Trials" gibt es eine unglaublich authentische Mixtur aus Math-Rock, Post-Rock und Indie-Rock. Man stelle sich vor die Gitarren und Gesang von Minus The Bear und alten Foals, treffen auf Maybeshewill-Parts, die natürlich auch schon mal etwas von At The Drive-In und Battles gehört haben! Unglaublich gute Mischung mit cooler Produktion, was bei früheren Releases der Luxemburger eher gefehlt hatte! Es sei auch gesagt, dass der Drummer die Lead-Vocals singt, was bei dem meist technisch hohem Spielniveau (aller Bandmembers) hervorzuheben sei!
HORCHE

9. The Tidal Sleep: The Tidal Sleep












The Tidal Sleep sind aus Mannheim und Karlsruhe und sind keineswegs Unbekannte, denn man hat partiell bereits in Ex-Bands wie Ambrose, Man The Change oder The Ordinary Me gezockt. Wer bereits meinen Post zu den EPs des Jahres 2012 gelesen hat, wird merken, dass der Text ebenfalls nicht komplett unbekannt ist. Kaum eine Band wurde 2012 so gehyped bzw kam so aus dem Nichts und kurz nach der Bandgründung "nach oben" wie The Tidal Sleep. Nach anfänglicher Skepsis meinerseits und zögerlichem Anhören, schlugen sie in meinem Gehör deliziös ein! Klar sind Verweise auf Pianos Become The Teeth berechtigt, aber die vier Typen schaffen es, ihren eigenen Stil zu kreieren. Hauptsächlich wird dies durch äußerst atmosphärische post-rockige Elemente erreicht. 
Wer sich noch kein eigenes Bild von Tidal Sleep gemacht hat, sollte dies schleunigst ändern, da sie eine DER Bands der deutschen (Post-HC, Screamo-)Szene sind!!!
miss the stars meint dazu: "The sound is very dynamic and post-rockish, the vocals are emotional as fuck. Oh and thanks guys for awesome lyrics."
elementary revolt: "Overall, The Tidal Sleep have crafted one hell of a record as their debut offering. Great stuff! Highly recommended!" Also los jetzt!
HORCHE

8. Caspian: Waking season












Einem Post-Rock-Liebhaber ist das 6-köpfige Gespann aus Berverly, Massachusetts wahrscheinlich bereits ein Begriff. Nach 3 Vorgängeralben und ebensovielen EPs sind Caspian allmählich, aber sicher zu eine der großen Post-Rock-Bands herangewachsen. "Waking season" beweist, warum dies der Fall ist! Wunderbare Melodien und Soundscapes erzeugen eine unglaublich intime und verträumte Atmosphäre, die sich bis zur drohenden Erdrückung hochsteigert. Caspian verwenden auf diesem Album aber auch zum ersten Mal Vocals, auch wenn es "nur" Samples sind - waren doch alle Releases zuvor rein instrumental. Auch diese "Neuerung" macht den Sound abwechslungsreicher und für nicht so geübte Post-Rock-Hörer oder -fans zugänglicher. Auf ihrer Facebook-Seite beschreibt die Band ihre Musik als eine, die versucht, immer mit oder von Herzen Musik zu spielen. Meiner Meinung nach, haben sie dies vor allem auf "Waking season" perfekt umgesetzt!
HORCHE

7. Manbearpig: Emo is dead












Benannt nach einer South Park-Episode, in der Al Gore alle vor einem fiktionalem Monster namens ManBearPig warnt, was - worauf Al Gore besteht - real sei. Dies parodiert Al Gores Glaube an die globale Erderwärmung und setzt dies mit dessen Glauben an ein "mythisches Biest" gleich...Wie auch immer das Trio Manbearpig aus Norwich, UK hat sich im August 2012 leider aufgelöst. "Emo is dead" ist eine Zusammenstellung aus zwei EPs (Ruined Emo & Far away friends), weswegen es hier nicht zu 100 % in diese Liste passt, da nunmal kein Song wirklich zum ersten Mal 2012 veröffentlicht wurde. Da ich die Band aber mit dieser Art Diskografie kennenlernen durfte und diese in dem besagten Jahr das Licht der Welt erblickte (in Form eines Tape-Releases), taucht sie nun auch hier auf! Manbearpig spielen eine Mischung aus Screamo mit leichtem Hardcore-Punk-Touch. Das klingt kaum spektakulär, dennoch sind die Melodien und vor allem die Texte unglaublich! In jedem Song steckt eine genialer Screamo-Part, der oft auch Richtung 90-er Emo zu driften scheint. Besonders herborzuheben sei noch der stetige "Catchy-Sound" der Gitarre, der so gut mit dem verzweifelten Gesang harmoniert! Offizielles Anhören ist nur von den EPs zu finden, daher der Link zu miss the stars (mit Review, Lyrics-Fragmenten und Video) hier:
HORCHE

6. Peter Broderick: http://www.itstartshear.com












Der mittlerweile 26-jährige Peter Broderick aus Portland, Oregon hat bereits 7 Alben, einige EPs, 7 Inches und diverse Kolloborationen aufzuweisen unter anderen mit Nils Frahm, seiner Schwester Heather Woods Broderick, Efterklang, Machinefabriek, Dustin O'Halloran, Clint Mansell, Yann Tiersen oder Library Tapes - um nur die generell bekanntesten zu nennen (Eine detaillierte Liste ist auf seiner offiziellen Homepage aufzufinden). Wem der Multi-Instrumentalist bislang kein Begriff ist, sollte dies schleunigst ändern! Wie so oft beschert er uns ein Album, hinter dem ein Konzept steht. Zuvor war das meist eher rein musikalisch zu erkennen z.B. eine Platte, auf der er nur mit Zupfinstrumenten und seiner Stimme arbeitet, auf dem aktuellem Album ("These walls of mine"; ebenfalls 2012) verwendet er "nur" seine Stimme. Hinter "http://www.itstartshear.com" steckt eine Internetseite als Konzept. Um das Album und Brodericks Arbeit auf diesem zu verstehen und anzuerkennen, sollte man diese Seite (siehe Link unten) durchstöbern, am besten während man das Album hört! Neben einem kurzen Einführunsvideo Brodericks kann man jeden Song des Albums anklicken, um dann Erklärungen, Gedanken, teilweise Videos oder Bilder dazu zu erhalten. Das Ganze ist ein wunderbares Projekt und lässt fast die Musik in den Hintergrund rücken, da es zeigt, wie global und international Musik verbinden kann! Aber eben nur fast. Es scheint als durchdenke Broderick alles, neben Songreihenfolge, Wort- bzw. Songnamenauswahl, naja und eben musikalisch ein wirkliches Schmankerl, das man noch oft hören kann und deswegen wird!!!
HORCHE  (http://www.itstartshear.com)


5. If These Trees Could Talk: Red forest












Die fünf Typen aus Akron, Ohio haben auf ihrem zweiten Release alles richtig gemacht: Eine perfekte Mischung aus Post-Rock und Post-Metal! Ihr Debüt "Above the earth, below the sky" von 2009 deutete bereits an, zu welch Großem diese Band zustande ist - es konnte sich für meine Ohren jedoch nicht wirklich aus der Masse der Post-Rock-Invasion hervorheben. Dies sollte sich mit "Red forest" erheblich ändern! Ich finde, dass hier Post-Rock in Perfektion gespielt wird, der auch Post-Metal-Einflüsse genießt. Selten hat ein Album mich so mit seiner Intensität mitgerissen und vor allem so häufig. Ich habe ständig Lust, dieses Album zu hören und (bisher) ist mir diese auch nicht vergangen... Dieses Album ist ein perfekter Wegbegleiter, der mich - seit ich das Album besitze - via MP3-Player durch das Jahr begleitet hat. Sei es morgens um 5 bei den ersten Sonnenstrahlen leere Straßen entlang nach Hause zu laufen, sei es bei tristem Regen und Dunkelheit im Zug in die Heimat zu fahren, oder sei es bei einem Glas Wein einfach den wunderbaren verträumten aber auch aufbäumenden Klängen zu lauschen...
HORCHE

4. The Flying Lotus: Until the quiet comes












 Steven Ellison, der Großneffe von Alice und John Coltrane aka The Flying Lotus war Freunden elektronischer Musik schon seit längerer Zeit ein Begriff für gute Musik. Mit "Until the quiet comes" hat der Kalifornier aus Los Angeles wohl zumindest die meisten Kritiker von seiter Musikalität und deren Vielfalt und Eigenart überzeugt. Selten war ich so gespannt auf dieses Album, war der Vorgänger "Cosmogramma" (2010) doch auch ein Album mit Ecken und Kanten, da es oft zu anstrengend war, aber bei bewusstem Hören eine Ohrenweide bzw. -schmaus. "Until the quiet comes" offenbart bereits im Titel wofür es steht: Ruhe. Ohne den typischen Flying Lotus-Sound zu verlieren, ist hier vieles neu und anders und doch so vertraut. Man hat den Eindruck, das Ziel wäre pure Ästhetik und herauskäme eine Wunderwelt unter Wasser (was vor allem die Guest - Vocals von Erykah Badu und Niki Randa ausmachen)...alles erscheint sehr verschwommen und unklar, wobei musikalisch alles auf den Punkt und super produziert ist - wie immer bei Flying Lotus. Auch wenn mir ab und zu solch harte Beats wie im zweiten Track "Getting there" zu selten vorkommen, dann wird dieses Gefühl schnell beiseite gedrückt, da mich die Verträumtheit immer tiefer und weiter mitnimmt...wem das zu lahm ist, soll halt dann zum Vorgänger "Cosmogramma" oder zum neuen Projekt Ellisons "Captain Murphy" greifen!
HORCHE


3. Knowing We'll Never Grow Up: I think I hate myself

















 
Bereits im Februar 2012 veröffentlicht und seitdem auch gehört, weswegen ich gleich zweimal schauen musste, ob diese wunderbare Scheibe wirklich 2012 herauskam. Sie tat es! Zum Glück! 90er-Screamo/Emocore trifft auf aktuellen Midwest-Screamo (sprich: mehr Emo-Punkig). Dem Quintett aus Salt Lake City, Utah gelingt dieser trendige 2012er Spagat wie kaum einer anderen Band, da sie sich nie wirklich für eine Seite entscheiden. Während viele Bands sich dann doch eher für die Midwest-Geschichte entscheiden (was nicht heißt, dass das schlecht ist, genauso wenig wie die 90er Screamo-Seite!) bleiben Knowing We'll Never Grow Up quasi entschlossen unentschlossen. Wunderbar chaotische, energetische und treibende Parts werden von poppigen Melodien gefolgt oder gar gestärkt. Auch gesangstechnisch wird hier alles geboten, was ein Screamoherz glücklich macht. Shouts voller Verzweiflung, Sprechgesang, Crew-Shouts und Crew-Gesang, hoffnungsvoller Emotionaler Gesang... In dem Bereich keine Band mehr gehört anno 2012!!!
HORCHE (+free download)

2. The Hirsch Effekt: Holon:Anamnesis


















Wieder ein Konzeptalbum! Die drei Hannoveraner wurden mit ihrem zweiten Album "Holon: Anamnesis" (via Midsummer Records) von allen Seiten mit guten Rezensionen und Lob beurteilt. Zu Recht! Neben der Erinnerung (Anamnese) steht jeder Tracktitel für ein Gefühl oder einen Körperzustand. Dabei geht es um Liebe bzw um deren Verlust. Allein die Bedeutungen der Tracks stehen für sich und erzählen bereits einen Teil der Geschichte:
  1. Anamnesis - (griech.) Erinnerung
  2.  Limerent - Limerenz - Verliebtheit
  3.  Absenz - (lat. abesse) Abwesenheit
  4. Agitation - (lat. agitare) meist aggressive Beeinflussung anderer (politisch) - Unruhestiftung
  5. Ligaphob - (lat.) Liga - verbünden, Bündnis + Phobie --> krankhafte Angst vor Bindung, Bündnis
  6. Mara - Eigenname mit der Bedeutung: Frau / bitter-süß. Mara im Buddhismus: Prinzip des Todes / Unheils, Mara in der Bibel: im Buch Mose: bitteres untrinkbares Wasser
  7. Irrath - ?
  8. Ira - Zorn
  9. Datorie - rumänisch: Schuld, Verbindlichkeit, Verpflichtung
Die Liste der Involvierten auf dieser Platte wäre noch länger. Neben zwei Produzenten hat ein kleines 12-köpfiges Orchester und ein 20-köpfiger Chormitgewirkt, wodurch die Songs noch komplexer aber auch um einiges intensiver wirken. Es fällt mir unglaublich schwer, dieses Album zu beschreiben, da ich weiß, dass ich nicht wirklich in Worte fassen kann, was die Ohren eines Hörers alles zu erfassen bekommen können, wenn sie diese Platte komplett hören. Von orchestralen Einsätzen, einem Choral, hymnische Melodien, verzeifelte Emo-Parts, Metalattacken, Blastbeats, chaotische Riffs, Atmosphärische Parts, Post-Post-Post-ähhm-Whatever-core, Artcore? Es ist komplett egal...!
Alle Texte im Übrigen auf Deutsch außer einem Englisch-Fragment in "Limerent". Live wunderbar, da alle drei (sowohl mit alten Drummer Philipp wie mit neuen Drummer Moritz) einfach technisch unglaublich gut sind und einfach super nette Boys sind! Unterstützt diese Band bitte, wo und wie immer ihr könnt, da es selten so ehrliche und selbstgemachte Musik in Deutschland gab, die so vielseitig ist! Ach und wer nach kompletten Hören des Albums und möglicherweise Mitlesen der Texte (findet man alle hier) am Ende des Albums nicht den Tränen nahe ist und zumindest Gänsehaut bekommt oder ganz wenigstens ein komisch leeres Gefühl inneträgt, der soll doch sein Herz der Technologieforschung spenden!
HORCHE

1. STATE FAULTS: Desolate peaks






















In den ersten Sekunden ist Vogelgezwitscher zu erhören, in das allmählich eine Gitarrenmelodie "aus der Ferne" reingefaded wird. Darauf setzt das Schlagzeug mit einem Rhythmus auf den Toms ein und die ganze Band (oder mehr) singen: "Goodbye. Stay gold." Der Shouter beginnt nun. Und nach 51 Sekunden hat mich diese Platte! Der Sänger singt vom Abschied des Sommers. Als ich die Platte zum ersten Mal höre, trifft das zwar nicht zu, aber sie wird mich (und auch manche Freunde) bis dato begleiten! Jonny Andrew (Vocals + Guitar) beeindruckt auf voller Länge. Seine Stimme ist so fragil und doch vehement, so unglaublich emotional, sodass selten nur durch die Shoutfrequenz und -art/-technik derartige Emotionen auf mich übertragen werden konnten! Ab der zweiten Hälfte der knapp über eine halbe Stunde dauernde Scheibe, setzt Andrew noch einen drauf, indem er während des Shoutens graduell in eine klare Singstimme wechselt. Dieser Übergang gelingt nur wenigen und nur sehr wenigen so gut. Ob er das live auch so hinbekommt, konnte ich leider noch nicht beurteilen. Nun aber mal ganz langsam und von vorne. State Faults sind die vier Herren Jared Wallace (drums), Chip Kelley (bass, vocals), Michael Weldon (guitar) und Jonny Andrew (vocals, guitar) aus Santa Rosa, California. State Faults hießen davor (in gleicher Konstellation) Brother Bear und veröffentlichten 2010 eine wunderbare EP "Head in the clouds" (free download), die über das aktuelle Label Tiny Engines demnächst re-released wird! Warum die Namensänderung ist unklar, ist aber auch egal. Die Musik ist noch besser und reifer geworden. "Desolate peaks" enthält 11 Tracks. Musikalisch ist das Screamo mit Post-Hardcore-Einflüssen. Neben schnellen Parts (und auch vielen kurzen Liedern) stehen die verträumten Delay-Melodien der Gitarre, die die Atmosphäre des Albums neben dem Gesang verantworten. State Faults nehmen sich (und geben dem Hörer) immer wieder Zeit zu verschnaufen, nachzudenken, bevor man weiter in das düstere Trauergeflecht mithineinstolpert bzw. gezogen wird. Als Beispiel hierfür seien das zweimal auftauchende Vogelgezwitscher, das wie bereits erwähnt das Album eröffnet und es nicht schließt, sondern Song 9 ("Hallways") beendet. Außerdem gibt es zuvor ein Sprachsample am Ende von "Wayfarer". Oft gehen die Songs so perfekt ineinander über, was aber auch ein Kritikpunkt von mir ist. Man hätte eigentlich alle Übergänge perfekt werden lassen können...manchmal sind die Pausen ein bisschen zu lang zwischen den Songs, aber nun gut. Von der Eigenatmosphäre, die State Faults hier erzeugen, erinnern sie mich ab und zu an die tollen Iselia - aber State Faults sind brachialer und ruhiger zugleich. Auch wenn ich den Gesang von Andrew immer wieder abfeiern werde, so ist es dennoch eine gute Variation, wenn Bassist Kelley viel tiefer shoutet. Auch hier herrscht pures Vergnügen in Bezug auf den Einsatz von Frage-Antwort oder von Dopplung bzw. Ineinanderlaufen der Stimmen!
Dieses Album ist meine Platte des Jahres und mit Abstand das beste Screamo-Release des Jahres oder auch mehr!
HORCHE

"I won't let you disappear from my life
Can you see me
This weight upon my chest
Can you feel me
Like the rivers we once sailed
I can't stop
But bitter nights
Sleep shivers
I can hear you at night
You're screaming 
'You lied, this love was never made for me so you turn your head and die'." 
(from: Sleeptalker)

Im letzten Track "Skeletons" gibt es übrigens noch einen Verweis auf den Opener "Dreamcatcher" der EP (s.o.): 
"Dreamcatcher you've lost your baby teeth
So do you believe or have you lost the will to dream
We're making wishes on dead stars
They echo endlessly, they echo back at me
We're building cities in our hearts
The weight is crushing me
It's getting hard to breathe 
Cause time can't stay these feelings
So fleeting will all float away"






Mittwoch, 9. Januar 2013

Bullseye: EPs 2012

25. Vi som älskade varandra så mycket: Träd dör stående
 
 6 Schweden spielen auf ihrem Debüt schwedischen Screamo mit schwedischen Texten. Schwedisch.
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24. Heart On My Sleeve:  Stand-bye, we're going in for life












Schon wieder Schweden! Diesmal englische Texte - drittes Release (1 EP und Split mit den Russen von состояние птиц erschienen bereits 2011). Im Jahr 2012 nichts neues, aber immer noch erwähnenswert: weibliche Shouterin. Post-Hardcore trifft auf Screamo. Wunderbar wie die anderen bereits genannten Releases von Heart On My Sleeve.
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23. Shizune: s/t











 
Italienische 5-köpfige Band. Debüt-EP. Perfekter Screamo! 7 Tracks - 3 unterschiedliche Sprachen (Italienisch, Englisch und Japanisch!). 
HORCHE

22. Adventures: s/t













Erste Ami-Kapelle dieser noch anfänglichen Liste und dennoch keine Unbekannten: 3 Leute der Hardcore-Band Code Orange Kids sind hier am Werk - aber es geht in eine komplett andere Richtung! Adventures spielen reifen Indie-Pop-Punk mit 90er-Touch. Vor allem der weibliche nicht immer glatte Gesang erinnert an die 90er Emogrößen Rainer Maria. Zurück zu Adventures: Die Sängerin und Gitarristin Reba kann allerdings deutlich härter werden bzw shoutet, was sie (leider) nur wenige Male auf dieser EP hören lässt. Die selbstbetitelte EP wird mit dem Wahnsinns-Track "Reach out to you" abgerundet...
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21. Cavalcades: Coping












Cavalcades aus Schottland spielen atmosphärischen Screamo. Sie haben bereits eine EP und zwei Splits z.B. mit den großartigen Manbearpig und Nai Harvest 2011 veröffentlicht. In Deutschland werden sie übrigens seit dieser vorliegenden EP von dem tollen Label Farblos Records aus Bielefeld unterstützt.
HORCHE 

20. Saintly Rows: In a year, we were nothing












Aus Albuquerque (New Mexico) stammen die 3 Typen von Saintly Rows und spielen Screamo mit Post-Hardcore und -Rock Elementen. Es gibt 2 vokale Gastauftritte, die die 6 Song-EP zusätzlich aufwerten, was allerdings nicht heißt, dass Saintly Rows ohne diese langweilen würden! Die Gastvocals von Matt Sanchez im letzten Track erinnern stark an Jonny Andrew (State Faults)... konnte im Netz leider nicht in Erfahrung bringen bei welcher Band dieser Matt Sanchez untergekommen ist oder ob er überhaupt in einer Band shoutet. Antworten wären wünschenswert.
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19. No Weather Talks: Demo











 
Es handelt sich hierbei um eine Art "Supergroup" deutscher Bands. 4 Dudes und eine "dudette" der Bands Tackleberry, Matula, Talk Radio Talk, Just Went Black und Juri Gagarin sind hier am Werk und spielen Punk, nachdem sie festgestellt haben, dass jede Musik Popmusik ist. Knackig und erfrischend!
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18. The Usual: My life is the pause











 
Das US-Duo haut hier 8 Songs in knapp unter 12 Minuten raus, die alle in bester Emoviolence/Screamo-Manier stehen. Loma Prieta lässt grüßen!
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17. Alkali Lake: House of cards











 
Die 5 Düsseldorfer haben in Eigenregie mit House of cards ihr drittes (EP-) Release, wo sie der Verbindung von Post-Rock und Screamo dennoch ihren eigenen Stempel aufdrücken. Laut eigener Beschreibung der Band erinnern sie des öfteren an At The Drive-In, Deftones oder Glassjaw. Dies mag vor allem auf Grund des cleanen Gesangs zu Tage treten. Ansonsten nennt The Elementary Revolt auch Größen wie Suis La Lune, Pianos Become The Teeth, Caravels oder Kidcrash als Vergleich. Zusätzlich würde ich noch stellenweise Face Tomorrow (bis zum Album The closer you get) oder Last Days Of April nennen. Aber einfach anhören und selbst ein Gehör verschaffen!
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16. Toe: The future is now











 
Die vierköpfige Band Toe aus Japan sind bereits wahre Größen im instrumentalen Post-Rock- / Math-Rock-Bereich. Neben zwei Alben, einer DVD und diversen EPs erschien 2012 The future is now. Nicht zum ersten Mal gibt es hier vokale Gastauftritte zu hören, die den generell so akzentuierten und präzisen Sound von Toe perfekt ergänzen. Der Drummer ist einfach ein Ohrenschmaus!
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15. Lord Snow: Sovngarde











 
Lord Snow (ich schätze mal benannt nach dem "Bastard" aus Game of Thrones?!) sind ein US-Trio aus Chicago. Am Gesang (und Bass) eine Frau, die einem hörbar Angst macht, sich die Seele kaputt zu shouten. Das klingt mal nach Punch, mal nach Loma Prieta, Beau Navire oder Suffix. Letzteres liegt nahe, da Lord Snow aus Ex-Leuten von Suffix und beispielsweise The New Yorker besteht. Hier wird also chaotischer und emotionaler Screamo gezockt! 
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14. Gnarwolves: CRU











 
Eine DER Pop-Punk-Entdeckungen des Jahres kommt aus Brighton, UK. 3 junge Typen verschaffen uns hier mit 6 Hits jeder Zeit Sommergefühle und Frohsinn! HORCHE

13. Coastlines: Life in shifts












Auf Empfehlung des wunderbaren Blogs this borderlinefuckup is still about to drool... angehört und sofort verliebt. Nicht, weil die vier Typen von Coastlines etwas Neues machen, sondern auf alte Helden anstoßen. Das Quartett aus Savannah, Georgia spielt Hardcore und Metalcore der Marke Poison The Well zu deren späten 1990er und Anfang 2000er Zeiten.
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12. Aussitôt Mort: Nagykanizsa












Wie die Vorgänger-EP namens Montuenga wird erneut ein Ort des ausgiebigen Tourings von Aussitôt Mort zum EP-Titel. Nagykanizsa ist eine Stadt im Westen Ungarns, nahe der kroatischen Grenze. Da die Franzosen von Aussitôt Mort eine lange Tour durch den Osten Europas und durch Russland hinter sich haben, liegt der Titel der EP nun offensichtlich auf der Hand. Konnte ihre Debüt-EP "6songs" dem französischen Screamo zugeordnet werden, entwickelten sich Aussitôt Mort stets weiter und öffneten sich weiteren Einflüssen. Mit Nagykanizsa überrollt den Hörer ein äußerst kraftvolles und schleppendes Riff nacheinander und dennoch bleibt Zeit für Atmosphäre. Wer die Möglichkeit hat, Aussitôt Mort live zu sehen: Niemals zögern!
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11. Crowns & Thieves: The half-dream hologram












Crowns & Thieves sind eine ostdeutsche Band, deren vier Musiker aus Leipzig, Chemitz und Berlin kommen. Musikalisch orientiert man sich offensichtlich an Pianos Become The Teeth oder Touche Amore. Wenn diese beiden Bands zusammen genannt werden, ist meist klar, was gemeint ist. Das ist schade, da man somit Bands wie Crowns & Thieves sofort abstempelt und in eine prall gefüllte Schublade drückt. Der Stempel sollte hier zunächst noch einmal gecheckt werden, da neben wunderbaren Artwork (via Farblos Records) die 6 Songs auch ihr eigenes Ding, ihre Eigenart mehr und mehr entfalten!
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10. The Tidal Sleep: 4 Song EP












The Tidal Sleep sind aus Mannheim und Karlsruhe und sind keineswegs Unbekannte, denn man hat partiell bereits in Ex-Bands wie Ambrose, Man The Change oder The Ordinary Me gezockt. Kaum eine Band wurde 2012 so gehyped bzw kam so aus dem Nichts und kurz nach der Bandgründung "nach oben" wie The Tidal Sleep. Nach anfänglicher Skepsis meinerseits und zögerlichem Anhören, schlugen sie in meinem Gehör deliziös ein! Klar sind Verweise auf Pianos Become The Teeth berechtigt, aber die vier Typen schaffen es, ihren eigenen Stil zu kreieren. Hauptsächlich wird dies durch äußerst atmosphärische post-rockige Elemente erreicht. Die 4 Songs der EP sind zwar in die Reihe der Songs des ebenso in diesem Jahr erschienenen Album einzuordnen, sind aber meiner Meinung dennoch etwas energetischer und in-sich stimmiger. Wer sich noch kein eigenes Bild von Tidal Sleep gemacht hat, sollte dies schleunigst ändern, da sie eine DER Bands der deutschen Szene sind und damit ist nicht "the wave" gemeint! Post-Hardcore, Screamo, Post-Rock...
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9. Totem Skin: Totem Skin












Totem Skin ist eine 5-köpfige schwedische Band, die eine unglaublich geniale Mischung aus düsterem Hardcore (-Punk), Crust, Screamo und Sludge spielen. Zwischen schleppenden, atmosphärischen, treipenden und hyperemotionalen Parts ist für jeden etwas dabei. Der abschließende Song ("Seasons don't fear the reaper, we can be like they are") ist ein wunderbarer Closer der EP, der mit seinen knapp über 11 Minuten Länge diese abwechslungsreiche EP perfekt abrundet!
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8. Bonehouse: Summer 2012 demo












Bonehouse sind eine schottische Band und keine deutsche! (Es gibt scheinbar eine deutsche Band, was diese Bonehouse selbst auf ihrer Facebook-Präsenz zu Beginn betonen.) Die vier Schotten spielen Emo-Punk. Dabei sind sie laut eigenen Angaben unberechenbar oder etwas sprunghaft, da sie zu klingen versuchen "[...] like three decades of emo at the same time and succeeding at none." Diese Aussage beschreibt Bonehouse eigentlich ganz gut, und doch wieder nicht. Sie haben definitiv ein Händchen für eindringliche Melodien oder gar Ohrwürmer und klingen dabei jeder Zeit ehrlich und authentisch. Mich erinnern sie desöfteren gesanglich an Bear Vs Shark.
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7. Afterlife Kids: Geisterhand












Afterlife Kids ist eine vierköpfige Berliner 90er Hardcore/Metal-Mosh Kapelle, die dich umwalzt! 7 kurzen Songs folgt ein 20-Minuten-Noise-Drone-Gewichse. Ob man das so braucht, weiß ich nicht, aber die 7 Vorgängersongs lassen alles zu! Deutsche intelligente, wütende, verzweifelte und systemkritische Texte.
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6. Slipdiver: We're still here, and we're doing just fine












Slipdiver ist eine Emo/Screamo/Pop-Punk-Band aus Columbus, Ohio, US. Twinkle-Emo lässt grüßen. Dabei erfinden sie in keinster Weise das Rad neu, aber die Melodien, die sie hier raushauen sind einfach umwerfend! Nicht nur für den Sommer geeignet...
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5. Vales: Clarity












Vales (noch bis vor kurzem Veils geschrieben) sind eine vierköpfige Band aus UK, die auf dieser EP eine Art Konzept hinsichtlich der Texte präsentieren, was sicherlich auf die so oder so unglaublich talentierte Shouterin zurückgeht. Neben der guten Shoutstimme kristallisiert bei ihr das Händchen für den Einsatz ihrer Sprechstimme heraus. Diese harmoniert perfekt mit der Gitarre, die meiner Meinung auch herborzuheben ist. Vor allem die Songanfänge oder -enden werden von dieser mehrmals geprägt. Hinzu kommt der Drumsound, der oft an modernen Hardcore mit Metalcoretouch erinnert, sich aber dennoch zügelt und somit den eigenen Sound von Vales mit ausmacht. Der Bass ist natürlich auch gut, sticht aber nicht so raus wie die anderen. Moderner abwechslungsreicher Hardcore trifft bei Vales auf Screamo-Parts, die wie gesagt äußerst mitreißend sind, was die Live-Performance dieser jungen Band laut Berichten auch sein sollen!
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4. Black Kites: The last three songs












Black Kites waren eine dreiköpfige Vegan-Hardcore-Band aus New Brunswick, New Jersey. Ja leider richtig gelesen. Black Kites haben sich nach ihrer Europa-Tour aufgelöst, nachdem sie uns mit diesen drei Songs (und mich mit einem richtig geilen Konzert) beschenkt haben. Das Trio hat bereits ein paar Releases hinter sich und ich habe sie dennoch leider erst Live entdeckt und mit dieser Abschieds-EP lieben und kennengelernt! the elementary revolt  beschreibt den Sound von Black Kites ziemlich treffend als "[...] brutally fast, blackened and metallic hardcore/punk with caustically venomous vocals that feel as if the band's literally trying to tear your head off. These last three songs continue in a similar fashion and solidify in my opinion, why Black Kites were one of the best in this genre of music." Word.
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3. Rollergirls: Bombs












Meine persönliche Überraschung des Jahres! Rollergirls aus Darmstadt. Bis vor diesem Release spielten die Jungs instrumentalen Noise-Rock. Begonnen hatten sie als eine Screamo-Band, die dann auf Vocals vollends verzichtete, um anno 2012 schließlich darauf in neuer Manier zurückgreifen zu können. Viel Gesang, große Melodien, 3 großartige Indie-Pop-Punk Songs. Freut mich ungemein für die Darmstädter, da sie nun mit diesen drei Songs durchstarten (werden). Man darf also gespannt auf das 2013 angekündigte Albumrelease sein...Ich bin es auf jeden Fall!
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2. Spraynard: Exton square












Das Trio aus West Chester, PA, US mag Pop-Punk-Freunden schon des Längeren ein guter Begriff sein. Da ich mich erst seit diesem Jahr (wieder) mit Pop-Punk anfreunden konnte und es zudem ein großartiges Jahr für dieses Genre war, da es auch genügend Auswahl an sehr guten Bands gab, habe ich Spraynard mit dieser aktuellen 4-Songs EP entdeckt. Spraynard schaffen es, aus jedem Song dieser EP einen Ohrwurm zu machen, der sich nicht nur auf die Gesangsmelodie bezieht, sondern manchmal auch auf die Gitarre! Auch die vorigen Releases von Spraynard sprießen nur so von Ideenreichtum und vor allem Melodiereichtum und -abwechslung. Mag man sich manchmal an alte Weezer-Platten erinnert fühlen, so kann sich dies im nächsten Moment verändern und man hört (alte) Blink 182-Parts oder Parts aktueller Pop-Punk-Bands wie Iron Chic heraus. Diese Vergleiche reduzieren Spraynard in keinster Weise auf die genannten Bands. Sie lassen daraus einen ganz eigenen Charme entstehen, der zum ersten Mal auf dieser EP nostalgischere Textzeilen anhaucht (wie es auf dem vorigen Album "Funtitled" eher nicht der Fall war). 2013 soll ein neuer Longplayer erscheinen...!
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1. Shizune: Mono no aware: Between eternity and the burial


















Italien hat es mal wieder geschafft! La Quiete, Raein, The Death Of Anna Karina sind die ersten und besten Rennpferde, die mir spontan einfallen. Wie dem auch sei: Es gibt Konkurrenz! Große. Shizune aus Vicenza sind 5 Typen, die in dieser Liste bereits aufgetaucht sind (Platz 23). Hierzu sei gesagt: Beide EPs hätten sich unter den vorderen Plätzen befinden sollen, aber ich habe mich letztlich für eine entschieden, sodass andere wunderbare Bands auch auf ihre Kosten kommen. Shizune haben im Jahre 2012 also zwei EPs im D.I.Y.-Style veröffentlicht, die beide dreisprachige Lyrics enthalten (Englisch, Italienisch, Japanisch). "Mono no aware: Between eternity and the burial" ist die aktuellere EP von beiden. Musikalisch wird hier emotionaler schneller Screamo gespielt, wie ich ihn mir nicht besser vorstellen kann und will! Shizune bringen durch ihre Mehrsprachigkeit gewisse Assoziationen und neue klangliche Einflüsse hinzu bzw. auch in Folge dessen auch Abwechslung. Nicht nur auf Grund mancher japanischer Lyrics erinnert der Sound auch an Envy. Shizune schaffen es jederzeit die Balance zwischen powervollen chaotischen Parts und emotionalen, (ruhigeren) atmosphärischen "Screamo"-Parts herzustellen. Shizune spielen ungelogen einfach alles, was ich an Screamo mag und was mir an dieser Musikart soviel bedeutet und sie eben ausmacht! Ach, gespielt haben sie 2012 übrigens bereits eine Show mit La Quiete in Italien...
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